Geschichtliches


Die Dudweiler Karnevalsgesellschaft "Grüne Nelke" wurde am 1. Mai 1950 gegründet.
Derzeit gehören
ihr etwa 400 Mitglieder an. Davon sind rund 130 aktiv. Und unter den
Aktiven finden sich wiederum
zirka 40 Jugendliche. Der Jahresbeitrag für Erwachsene
beläuft sich auf 36, der für Familien auf 54 Euro.

Der Vorstand der Gesellschaft:
Präsident ist Andreas Becker, dessen Stellvertreter
Wolfgang Brückner.
Als Elferratspräsident fungiert Walter Wilhelm, als Sitzungspräsident
Achim Schmidt. Die Geschäfte führt
Uwe Bonde. Über die Finanzen herrscht Alfred Friemel.
Das Amt des Schriftführers hat Christine Herrmann inne.


Als ich in der Hexennacht 1950 auf den 5.5.1950 getauft worden bin, war ich schon fast
4 Jahre alt –
allerdings hatte ich bis dahin andere Namen – und das kam so:

Im Mai 1946 schloss sich, trotz Verbotes der damaligen Militärregierung, in Kaltnackisch
eine Gruppe
blutjunger und ebenso hübscher wie mutiger junger Damen zusammen, um
in das damals gar so traurige
Alltagsleben etwas Sonne zu bringen. Edith Atz, Marianne
Friedrich, Erika Hartmann, Inge Hoese,
Elfriede Jung, Rosel Pauly, Therese Pfeifer, Mia
Schettgen, Hildegard Schröder und Gisela Willie
ließen Mitmenschen wieder an sich
selbst glauben und führten sie bei bunten Abenden und vielen Feiern
zusammen, um
sie, zusammen mit Hans Pfeiffer – dem Hahn im Korbe -, für ein paar Stunden auch den
Hunger vergessen zu lassen.

Im September 1946 gründeten sie einen Theaterkreis. Für den Bühnenbau, zur
Dekoration und als
Schauspieler stießen dazu: Alois Baumann, Walter Becker, Hans
Kolz, Hänschen Pfeiffer (de klähn Deggel),
Heinz Rolinger, Paul Schmidt, Hans und
Werner Spengler und Kurt Wener. Karl Schneider war Theaterleiter.
Viele hundert Kaltnackischer kamen in das Nebenzimmer des Kath. Vereinshauses – der große Saal war in ein
Gotteshaus umfunk tioniert, weil die Kirche durch Bomben
zerstört war – und in den großen Saal des
Hessenberges: sahen, staunten und
applaudierten bei den Schauspielern „Unschuldig verurteilt“ und „Wenn Du
noch eine
Mutter hast“.

Aus den Kulissenschiebern, Dekorateuren und Schauspielern, die alle Sänger des Pfarrcäcilienchores Herrensohr
waren, formte dessen Chorleiter Nikolaus Steffes
Anfang 1947 das „Jugendquartett Herrensohr“ mit den 1. Tenören Walter Becker und Peter Prinz, den 2. Tenören Paul Schmidt, Hans und Werner Spengler, den 1. Bässen Hans Kolz und Friedbert Wener und den 2. Bässen Lothar Maas und Kurt Wener.


Herzensangelegenheit des Jugendquartetts war die Begrüßung der Heimkehrer aus
russischer Gefangenschaft mit kleinen Konzerten und Ständchen.
Die Sänger waren
besonders beliebte Gäste bei Geburtstagen, Hochzeiten und sonstigen hohen Festen. Auch deckten sie den Bedarf an Nikoläusen und Ruprechten in ganz Kaltnackisch ab. Zur Weihnachtszeit erfreuten sie die Kranken in den Kliniken in Dudweiler und Fischbach mit ihren Liedern. Wo auch immer sie agierten, sie verbreiteten Frohsinn und gute Laune. So war es kein Wunder, dass sie zur Fastnacht 1949 die erste Kappensitzung für den Kirchenchor Herrensohr veranstalteten. Elferräte, Büttenredner und „Eigenjubler“ waren Walter Becker, Peter Prinz, Hans und Werner Spengler, und Kurt Wener. Das erste Duo: „Babbe und Bub“ wurde von Paul Schmidt und Benno Hoese verkörpert. Der Herold Friedbert Wener zerrte oder „kohzelte“ alle in die Bütt, die das Klatschen versäumten. Als „Ein-Mann-Unterhalterin“ fungierte Elfriede Jung am Klavier.

 

Nach der Kampagne 1949 kam es zwischen dem Jugendquartett und dem Vorstand des Kirchenchors zum Disput. Das Jugendquartett wollte ein Kostüm für den Herold, der Vorstand des Kirchenchors wollte keins! Nach der Session 1949/1950, der große Saal stand wieder zur Verfügung, hat‘s dann arg gerummst. Schließlich berief das Jugendquartett auf die Hexennacht 1950 eine außerordentliche Generalversammlung ein. Dabei wurde auch mein Name erfunden; wer ihn geprägt hat, ist bis heute ein Geheimnis, jedenfalls soll er am 1. Mai 1950 gegen 3.33 Uhr beschlossen worden sein – so genau wusste das schon anderntags keiner mehr! Meine Taufe war – das steht fest – ökumenisch, denn Kurt Dreßler, Sänger des evangelischen Kirchenchores Herrensohr, hatte sich als 2. Bassist angeschlossen. Hans Pfeiffer war nicht nur mein erster sondern auch mein langjähriger Dirigent, dies noch, als er schon lange Kammermusiker des Staatstheaters war. Ihm, dem Vollblutmusiker, der einen Chor von besonderer Ausstrahlung geformt hat, dessen erster musikalischer Begleiter am Klavier Klaus Bender gewesen ist, folgten mit dem gleichen Ziel und Engagement die Chorleiter, Arrangeure und musikalischen Begleiter Rudolf Straßner, der erfolgreiche Komponist nicht nur von Karnevalsschlagern auch für die „M‘r sin nit so“ und den Mainzer Carnevalclub, Lothar Ringle, Hermann Hillekum, Balint Santa, Wolfgang Herder, Martin Harz, Martina Haupenthal und Walter Lorscheider. Nach dessen Ausscheiden nahmen die „Nelkensingers“, die übrigens mit sage und schreibe 35 (!) Sängerinnen und Sängern 1973 erstmals unter diesem Namen auftraten, den Taktstock selbst in die Hand und singen seitdem ohne Dirigent. Auch die Arrangements sind Marke „Eigenbau“ – und das alles zur vollsten Zufriedenheit meines Publikums.

Doch bitte zurück zum 30. April 1950, der Gründungshexennacht:

Ich war also jetzt ein Karnevalsverein. Der Elferrat brauchte Kappen.
Else Noll wurde zur Kappenmacherobermeisterin bestimmt mit der besonderen Ehre, dass sie auch den Stoff selbst bezahlen durfte! Die Nähstube Wener glich einer Großkampfstätte in Seide, Glitzer und Flimmer für Gardekostüme, sowie später bei Inge Spengler, Doris Hippchen, Jutta Becker, Elke Altpeter, Elke Krämer, Irmgard Engel, Klaudia Britz, Conny Schröder, Christine Herrmann und Claudia Baum. Heute wird der Stoff für die Kostüme bar bezahlt – damals wurde er einschließlich der Orden – auf Pump bei der Fa. Josef Schahn erstanden, wie auch Nägel und Dachlatten bei der Fa. Wilhelm Jung. Bei beiden Firmen müssten noch unbezahlte Rechnungen am Spieß hängen. Um wenigstens die Ausgaben an fremde Firmen leisten zu können, die – aus gutem Grunde – auf ihr Geld nicht warten wollten, leistete jeder Sänger gezwungener Maßen 500,- Franken freiwillig in die Kasse – die sind bis heute nicht zurückbezahlt!

Ein gewaltiger Strauß war mit Herrn Pastor Kehr auszufechten: es ging um die Länge
der Röcke für die Gardemädchen. Handlang oder handbreit überm Knie, das war hier die Frage. Der zum Voproka (d.h. Vorsitzender, Protokollarius und Kassierer) „herausgeluhte“ Peter Prinz musste mit dem Pastor verhandeln. Obgleich er verloren hatte, waren die Röcke – kein Mensch weiß wie`s kam – handlang überm Knie. Das zog ein nicht gerade lobenswertes Erwähnen von der Kanzel nach sich, was aber der Freundschaft zu Pastor Kehr keinen Abbruch tat. Weil die Kappensitzungen sonntags durchgeführt werden mussten – Pastor Kehr wollte das so – mussten sich die Elferratsmitglieder Toni Engel, Leo Groß, Fritz Hein, Alois Jung, Peter Klos, Hubert Klotti, Paul Menzerath, Wilhelm Noll, Heinrich Orth, Gustav Pauly, Michael Schmidt und Josef Wener je nach Schicht einteilen. Weniger Huddel dieser Art hatten die Gardistinnen der Gründerjahre Rosemarie Becker, Mathilde Britz, Anni Hein, Gertrud Heintz, Paula Heinz, Giesela Keller, Brigitte und Christa Kraft, Elfriede Maas, Helga Noll, Rosemarie Noll, Lilo Paul, Hannelore Schwarz, Käthe Schwarz, Maria Steffes, Giesela Walter, Christa Weiland und Rita Wener. Die meisten dieser Gardemädchen blieben dem Verein noch lange nach ihrer aktiven Zeit erhalten, denn so mancher Aktive fand unter ihnen die Frau fürs Leben.


Damit ist ein wichtiges Erfolgsrezept der „Grünen Nelke“ genannt. Der familiäre
Zusammenhang ist bis heute ungebrochen. Teilweise die 4 (!) Generation hält mir die Treue. Das erste eigene Orchester bestand aus Elfriede Jung – Piano forte -, Walter Becker und Kurt Wener – Violine -, Herbert Sonnhalter – Obligatvioline und Heinz Rolinger, „dicke Trommel“. Alles im Allem: Herzerfrischendes Treiben in jugendlicher Unbekümmertheit. Dass dabei so manche haltbare Ehe gestiftet wurde, habe ich eben schon erwähnt!

In der Hexennacht 1955 schlossen sich die Sänger der „Grünen Nelke“ mit denen des
Kauschquartettes – Alfred Giese war dessen Direkteur – unter dem Namen „Jugendquartett Herrensohr“ – „Grüne Nelke“ zusammen. Seit der 43. Session treten die Stimmungssänger Andreas Becker, Andreas Britz, Rüdiger Degen und Gerhard Spengler auf. Sie haben sich bis heute zu einer richtigen Kultband in der saarländischen Fastnacht entwickelt. Ihr 1. öffentliches Konzert außerhalb der 5. Jahreszeit gaben sie 2004 beim 33. Park- und Lichterfest des Männerchores Harmonie. Die Saarbrücker Zeitung schrieb damals: „Beim Auftritt der „Latzegallis“ im rappelvollen Zelt ging die Post ab. Die Festbesucher standen auf Tischen und Bänken und gingen begeistert mit.“ Inzwischen gibt es auch den ersten „Latzegallis-Fanclub“.



Bühnenbild, Orden und Liederheft
konnten sich im wahrsten Sinne des Wortes immer
sehen lassen. Dafür sorgten – stets unterstützt vom Elferrat – Werner Spengler, Manfred Becker, Karl Wochian, Gerd Schuler, Karl-Heinz Staudt, Hans Harz, Martina Hippchen, Willy Hippchen, Doris Hippchen, Alex Dillhöfer, Stefan Oberhausen, Rado Schauby, Axel Herrmann, Armin Zapp, Karin Zapp, Nina Gerisch, Juris Rocens, Wolfgang Thome, Patrik Hornef, Volker Herrmann, Bärbel Becker, Christine und Michaela Porteset, Martina Spengler und Nicole Friemel. Otto Pattard, Hans Bessey, Josef Liesch, Ronny Gerisch, Detlev Stammwitz, Gerd Wagner und Axel Klippel haben bei mir so manche Strippe gezogen und sorgten somit immer für den guten Ton und die klare Beleuchtung. Es ging stetig bergan – manchmal mit solchem Tempo, dass es den Verantwortlichen schwindlig wurde.

Dies waren in erster Linie die Vorstandsmitglieder. Für steigende Erfolge und Beliebtheit
sorgten die Präsidenten Alfred Bender, Walter Becker, Hans und Werner Spengler, Lothar Maas, Hein Müller, Peter Prinz, Rainer Altpeter, Michael Friemel und Andreas Becker ebenso wie die Vizepräsidenten Paul Menzerath, Kurt Werner, Hans Pfeiffer, Erwin Paul, Helmut Sieg, Gerd Woll, Josef Liesch, Hans Harz, Gerd Wagner, Andreas Becker und Wolfgang Brückner, aber auch die Geschäftsführer Josef Spengler und Rolf Bonde, Willi Hippchen, Rainer Altpeter, Hans Baer, Gerhard Spengler, Axel Herrmann und Uwe Bonde, die Schriftführer Jutta Becker und Stefan Britz, Martin Schmidt, Arno Mager, Andreas Becker und Christine Herrmann, und letztlich die Schatzmeister Erwin Paul, Eugen Prinz, Heinz Britz, Gerd Woll, Meck Hunsicker, Rüdiger Degen, Helmut Fuchs, Peter Becker, Helga Hunsicker und Alfred Friemel und der Hauptkassierer Klaus Radwan. All diese Aktiven setzten mit den Tanzlehrerinnen, Trainerinnen und Choreographinnen Liesel Stürmer, Edel Préllé, Margot Kopp, Marita Michel, Silke Quarz, Yvonne Degen, Katrin Spengler, Hiltrud Urban-Berscheid, Cathérine Rauber, Claudia Presser und Stefanie Britz dem Dudweiler Karneval Glanzlichter auf. Nicht zu vergessen sind die Betreuerinnen Inge Spengler, Doris Hippchen, Jutta Becker, Yvonne Degen, Elke Krämer, Irmgard Engel, Klaudia Britz, Conny Schröder, Nicole Friemel, Dagmar Montada, Martina Spengler, Christine Herrmann, Claudia Baum, Marlene Müller, Susanne Braun und Dorothee Naglik.

Als Glanzlichter besonderer Art gelten die Maskenbälle, die zusammen mit dem
ebenfalls weit über die Grenzen von Dudweiler hinaus bekannten, beliebten und anerkannten Männerchor „Harmonie“ im Katholischen Pfarrheim St. Marien Dudweiler durchgeführt werden, die legendären „Lumpenbälle“, die Kostümfeste, Sessionseröffnungen, Heringsessen, die vielen vereinsinternen Veranstaltungen und die herrlichen Vereinsfahrten sowie die Weihnachtsfeiern. Es würde den Rahmen meines Lebenslaufes sprengen, hier alle Aktivitäten, auch solche in Zusammenarbeit mit befreundeten Vereinen, aufzuführen.

Heu! – und wie ich expandierte: 1958 holte mich Pastor Artur Nikolas von St. Bonifatius
zu Kappensitzungen als Großveranstaltungen in die damalige Festhalle. Am 22. Juni 1958 veranstalteten die Sänger der „Grünen Nelke“ das erste Konzert im Dudweiler Park. Die Session 1960/61 brachte das erste Liederheft der Dudweiler Fastnacht und die erste öffentliche Kappensitzung der „Grünen Nelke“ im evangelischen Gemeindehaus in Dudweiler. Zwischendurch fanden Gastspiele in Burbach, Friedrichsthal, Erden an der Mosel, Dillingen, Hermeskeil, Klarenthal, Hühnerfeld, St. Gallenkirch, Sulzbach, Wallerfangen und Stiring Wendel statt. Höhepunkte besonderer Art waren die Adventsfeiern und Kappensitzungen für den Saarländischen Blindenbund, zu denen Willi Buchmann verpflichtet hatte. Diese Veranstaltungen haben die „Grüne Nelke“ besonders geprägt.

Die Session 1961/62 war zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte unter ein Motto
gestellt, nämlich „Grüne Nelke im Orient“. Auf die mottobezogene Saal- und Bühnendekoration, (verantwortlich Lothar Maas und Werner Spengler) sowie die von Karl-Heinz Staudt und Manfred Becker lebensecht kaschierten und gestalteten orientalischen Tiere ist viel Können, Zeit und Liebe verwendet worden. Mit besonderer Freude setzten die Akteure am 27. Januar 1962 die erste Kappensitzung der Session in Szene; ihr war unbeschreiblicher Erfolg beschieden, das hatte Kaltnackisch bis dahin noch nie erlebt. Vier weitere Kappensitzungen waren schnell ausverkauft und die Kartennachfrage nahm kein Ende. Als am Samstag, dem 3. Februar 1962 in 600 Metern Tiefe der Grube Luisenthal eine Schlagwetterexplosion das Leben von 299 Bergleuten forderte, habe ich, als „Grüne Nelke“, als einer der ersten Saarländischen Karnevalsvereine die Veran-staltung für diesen Tag und alle weiteren Aktivitäten für die gesamte Session abgesagt. Die Ehrfurcht vor den Toten ließ nach dem Verständnis aller Aktiven keinen Raum für närrische Freuden. Dazu bedurfte es weder obrigkeitlicher Verbote noch besonderer Pressebelehrungen, es war meine alleinige Entscheidung!

In einer außerordentlichen Generalversammlung am 10.10.1962 gab ich mir eine
Satzung mit 16 Paragraphen. In der Session 1963/64 erlebten ich und mein treues Publikum mit dem glanzvollen Auftritt von Dr. Willi Scheu (vom Mainzer Carneval-Club), populär bis in die hinterste Stube der Bundesrepublik und im gesamten deutschsprachigen
Raum als „Bajazz von
Mainz“, einen einmaligen Höhepunkt in der saarländischen Fasenacht. Die freundschaftlichen Beziehungen zwischen dem MCV und der „Grünen Nelke“ waren von Rudi Straßner geknüpft.
Blickt man zurück, erkennt man, wie nahe Trauer und Freude beieinander liegen können.
Die ersten Erinnerungsfotos stammen von Manfred Becker. 1961 bis 1963 drehte Dr. Leo Stürmer die ersten Filme.
Später folgten Filme von Wolfgang Lohrig, Gerd Woll und
Detlev Stammwitz, Bilder von Walter Barbian, Werner Wunderlich, Gerd Schuler sowie von vielen anderen Vereinsmitgliedern und schließlich Video-Aufzeichnungen von
Otto Pattard. Gerd Wagner hat ein Riesenarchiv
von Tonbändern.

War eigentlich immer alles nur eitel Freude?

Im Jahre 1968 – die Situation in unserem geliebten Kaltnackisch war immer prekärer
geworden – das Hin und Her zwischen Herrensohr und Dudweiler führte zu fast unüberwindlichen Schwierigkeiten, auch finanzieller Art – wurde
der schwere Entschluss
gefasst, vollends nach Dudweiler umzusiedeln. Es kam zu einem bis heute nicht ganz gekitteten Riss zwischen alten Freunden. Dankeschön allen Kaltnackischern, die mir die Treue hielten. In der gleichen Session hat die „Grüne Nelke“ die Idee des Kinderprinzenpaares geboren und mit Joachim Prinz und Christiane Lohrig auch in die Tat umgesetzt. Es folgten weitere goldische Prinzenpaare mit Uwe Bonde und Claudia Liesch (1975/1976), Michael und Christine Woll (1982/1983), Tobias Hunsicker und Jennifer Thiel (1987/1988), Thomas Braun und Stefanie Klippel (1993/1994), Gabriel und Sarah Britz (1998/1999), Jan Cloos und Franziska Kleinbauer (2003/2004) und Niklas Nermerich und Hannah-Maria Britz (2008/2009).



Teenagerbälle bereicherten das Angebot zur Fastnachtszeit. Rundfunkübertragungen
und Livesendungen am Rosen-montag gingen vom Saarländischen Rundfunk aus über Ätherwellen. Der Männerchor „Harmonie“ und der Städtische Musikkreis - beide unter Direktion von Erich Hartmann – stellten sich zur Gestaltung von Schlussnummern bei
Kappensitzungen zur Verfügung. Der Spielmannszug „Frei weg“ mit Reinhold Monzel und der Fanfarenzug des ATVD
mit seinem Stabführer Hans Thielen stellten sich
spontan zur Verfügung. Höhepunkt alldieweil wurde 1971 die
Gründung des
Ehrensenats mit Dechant Schumacher, Bürgermeister Barth, Ferdi Behles, Hermann Schon, Hein Bode, Fritz Oster und Fritz Wiedemann. Seppel Spengler und Rolf Bonde trugen die unvergessenen Karnevalsschlager von Fritz Wiedemann vor. „Dudd“ und „Willa“ – Walter Becker und Hans Spengler – zauberten unvergleichliche Stimmungen bei all ihren Auftritten.
Weitere Büttenasse sorgten immer für die richtigen Pointen: Werner Spengler, Walter Werner, Heinz Johann, Alfred Bender, Erwin Paul, Hein Müller, Hans Baer, Hubert Prinz, Helga und Manfred Becker, Thomas Braun, Rüdiger Degen, Andreas Becker, Hans-Michael Naumann, Ed Brandt, Stefan Oberhausen, Achim Schmidt, Arno Mager,
Lou Köhler, Roland Degen, … .



Seppel Spengler erfand 1975 die Nelkenfunken, die mittlerweile auf 33(!!!) „Lange Kerls“
angewachsen sind. 1989 bekamen die „Funken“ Nachwuchs. Die Nelkenkadetten wurden geboren. 25 Jahre lang hieß der Generalissimus Meck Hunsicker. Mit leidenschaftlichem Engagement hat er bis zu seinem all zu frühen Tod im Jahr 2000 diese „Truppe“ zur bekanntesten und größten Männergarde im Saarland gemacht. Auch für mich ist diese Sparte ein Segen. Ich glaube alle anderen Sparten profitieren in irgendeiner Weise von den Funken. Legendär und nicht mehr aus der Dudweiler Faasenacht wegzudenken ist das „Funkenfestival“ am „Fetten Donnerstag“. Es ist inzwischen kein Geheimtipp mehr - nein es ist Kult… Im Jubiläumsjahr 2005 fand vor wie immer ausverkaufter Liedertafelhalle das 14. Funkenfestival statt. Durch das Programm führte wie immer in bewährter Manier Obersthauptkamerad Hansi der Baer. Seit fünf Jahren ist Gerhard Spengler „Chef“ der Truppe, die seit Jahren den Rosenmontagsumzug in Burbach zusammen mit den Tanzgarden, Kadetten, Funken- und Tanzmariechen, Funkenfrauen und dem Prunkwagen mit Elferrat anführt und somit – auch für die Fernsehübertragung – ein wirklich grandioses Bild abgibt. Dabei ragen die von Alfred Lux gestiftete Standarte und die von der Tanzgarde gestiftete Feldfahne im wahrsten Sinne des Wortes heraus.

Ina Bach, Uschi Poitiers, Silke Quarz, Andrea Stolz, Kirsten Schöneberger, Tina Pfeiffer,
Susanne Vogel, Sabrina Schauby, Lisa-Cathèrine Berscheid, Marie-Christine Berscheid, Lara Degen, Miriam Schröder, Tina Erdmenger und Lisa Degen sind meine wirbelnden Funken- und Tanzmariechen. Dazu kam der mit Marie-Christine Berscheid tanzende Funkenmajor Thomas Braun, ein tanzendes Traumpaar.

Nicht wegzudenken sind Elferrat und Ehrensenat, die an der Finanzierung „Großer
Brocken“ maßgeblich beteiligt sind. 1981 erblühten die „Federnelken“ und 1997 wurden die „Nelkenmäuse“ geboren. Beide Nachwuchsgarden beweisen immer wieder durch tolle Auftritte, dass die Nachwuchsarbeit bei mir groß geschrieben wird.

Beim 11-jährigen Jubiläum bezeichnete mich der Chronist als zartes Blümchen, das
gerade Wurzeln gefasst hat; zur 22. Session ist zu lesen, dass ich eine prächtige Blüte mit gesundem Stamm geworden war und zum 33. Wiegenfest stellte ich mich als stolzes Gewächs mit vielen Blüten und Knospen vor. Nach der 44. Session war in der Presse zu lesen: „Nelken begeistern auch im 44. Jahr“, „Viermal elf Jahre Grüne Nelke – Jede Menge Gags am laufenden Band“ oder „Feuerwerk der guten Laune bei der Nelke“. „Närrisches Feuerwerk der Spitzenklasse“ hieß es im Jubiläumsjahr – wie sich die Schlagzeilen doch gleichen, obwohl elf Jahre dazwischen liegen. Ich glaube, das ist ein gutes Zeichen. Mir bleibt zu hoffen, dass die Presse auch in Zukunft solche Schlagzeilen registrieren kann.

All denen, die sich meiner annahmen, die mich hegten und pflegten und mich zu dem
Gewächs werden ließen, das ich heute bin: tausend Dank! Ich hoffe, dass es auch in Zukunft immer wieder Menschen gibt, die Spaß daran haben eine „Grüne Nelke“ zu pflegen.

Was aber wäre ich ohne mein tolles Publikum? Mit vielen getreuen und immer wieder
neuen Blumenliebhabern, nicht nur aus Dudweiler sondern dem gesamten Saarland und darüber hinaus, bin ich zum besten Begriff – ja – zum Markenzeichen für Sachen Fastnacht geworden. An meinem Geburtstag nehme ich mir vor, ein Quell auserlesenen Narrentreibens und geselliger Gemütlichkeit zu bleiben und bitte Sie, liebes Publikum und euch aktive und inaktive Mitglieder mir auch weiterhin die Treue zu halten.

Ich bin und bleibe in narrenfroher Verbundenheit
Ihre „Grüne Nelke“