Chronik

Als ich in der Hexennacht 1950 auf den 5.5.1950 getauft worden bin, war ich schon fast 4 Jahre alt – allerdings hatte ich bis dahin andere Namen – und das kam so:


erste Sitzungen

Streit über Rocklänge der Gardemädchen

Ein gewaltiger Strauß war mit Herrn Pastor Kehr auszufechten: Es ging um die Länge der Röcke für die Gardemädchen. Handlang oder handbreit überm Knie, das war hier die Frage. Der zum Voproka (d.h. Vorsitzender, Protokollarius und Kassierer) „herausgeluhte“ Peter Prinz musste mit dem Pastor verhandeln. Obgleich er verloren hatte, waren die Röcke – kein Mensch weiß wie`s kam – handlang überm Knie. Das zog ein nicht gerade lobenswertes Erwähnen von der Kanzel nach sich, was aber der Freundschaft zu Pastor Kehr keinen Abbruch tat. Weil die Kappensitzungen sonntags durchgeführt werden mussten – Pastor Kehr wollte das so – mussten sich die Elferratsmitglieder Toni Engel, Leo Groß, Fritz Hein, Alois Jung, Peter Klos, Hubert Klotti, Paul Menzerath, Wilhelm Noll, Heinrich Orth, Gustav Pauly, Michael Schmidt und Josef Wener je nach Schicht einteilen. Weniger Huddel dieser Art hatten die Gardistinnen der Gründerjahre Rosemarie Becker, Mathilde Britz, Anni Hein, Gertrud Heintz, Paula Heinz, Giesela Keller, Brigitte und Christa Kraft, Elfriede Maas, Helga Noll, Rosemarie Noll, Lilo Paul, Hannelore Schwarz, Käthe Schwarz, Maria Steffes, Giesela Walter, Christa Weiland und Rita Wener. Die meisten dieser Gardemädchen blieben dem Verein noch lange nach ihrer aktiven Zeit erhalten, denn so mancher Aktive fand unter ihnen die Frau fürs Leben.

Die Anfänge - ein zartes Pflänzchen

Im Mai 1946 schloss sich, trotz Verbotes der damaligen Militärregierung, in Kaltnaggisch eine Gruppe blutjunger und ebenso hübscher wie mutiger junger Damen zusammen, um in das damals gar so traurige Alltagsleben etwas Sonne zu bringen. Edith Atz, Marianne Friedrich, Erika Hartmann, Inge Hoese, Elfriede Jung, Rosel Pauly, Therese Pfeifer, Mia Schettgen, Hildegard Schröder und Gisela Willie ließen ihre Mitmenschen wieder an sich selbst glauben und führten sie bei bunten Abenden und vielen Feiern zusammen, um sie, zusammen mit Hans Pfeiffer – dem Hahn im Korbe -, für ein paar Stunden auch den Hunger vergessen zu lassen. Im September 1946 gründeten sie einen Theaterkreis. Für den Bühnenbau, zur Dekoration und als Schauspieler stießen dazu: Alois Baumann, Walter Becker, Hans Kolz, Hänschen Pfeiffer (de klähn Deggel), Heinz Rolinger, Paul Schmidt, Hans und Werner Spengler und Kurt Wener. Karl Schneider war Theaterleiter. Viele hundert Kaltnaggischer kamen in das Nebenzimmer des Kath. Vereinshauses – der große Saal war in ein Gotteshaus umfunk-tioniert, weil die Kirche durch Bomben zerstört war – und in den großen Saal des Hessenberges: sahen, staunten und applaudierten bei den Schauspielen „Unschuldig verurteilt“ und „Wenn Du noch eine Mutter hast“. Aus den Kulissenschiebern, Dekorateuren und Schauspielern, die alle Sänger des Pfarrcäcilienchores Herrensohr waren, formte dessen Chorleiter Nikolaus Steffes Anfang 1947 das „Jugendquartett Herrensohr“ mit den 1. Tenören Walter Becker und Peter Prinz, den 2. Tenören Paul Schmidt, Hans und Werner Spengler, den 1. Bässen Hans Kolz und Friedbert Wener und den 2. Bässen Lothar Maas und Kurt Wener. Herzensangelegenheit des Jugendquartetts war die Begrüßung der Heimkehrer aus russischer Gefangenschaft mit kleinen Konzerten und Ständchen. Die Sänger waren besonders beliebte Gäste bei Geburtstagen, Hochzeiten und sonstigen hohen Festen. Auch deckten sie den Bedarf an Nikoläusen und Ruprechten in ganz Kaltnaggisch ab. Zur Weihnachtszeit erfreuten sie die Kranken in den Kliniken in Dudweiler und Fischbach mit ihren Liedern. Wo auch immer sie agierten, sie verbreiteten Frohsinn und gute Laune. So war es kein Wunder, dass sie zur Fastnacht 1949 die erste Kappensitzung für den Kirchenchor Herrensohr veranstalteten. Elferräte, Büttenredner und „Eigenjubler“ waren Walter Becker, Peter Prinz, Hans und Werner Spengler und Kurt Wener. Das erste Duo: „Babbe und Bub“ wurde von Paul Schmidt und Benno Hoese verkörpert. Der Herold Friedbert Wener zerrte oder „kohzelte“ alle in die Bütt, die das Klatschen versäumten. Als „Ein-Mann-Unterhalterin“ fungierte Elfriede Jung am Klavier. Nach der Kampagne 1949 kam es zwischen dem Jugendquartett und dem Vorstand des Kirchenchors zum Disput. Das Jugendquartett wollte ein Kostüm für den Herold, der Vorstand des Kirchenchors wollte keins! Nach der Session 1949/1950, der große Saal stand wieder zur Verfügung, hat‘s dann arg gerummst.

1. Mai 1950, 3.33 Uhr

Schließlich berief das Jugendquartett auf die Hexennacht 1950 eine außerordentliche Generalversammlung ein. Dabei wurde auch mein Name erfunden; wer ihn geprägt hat, ist bis heute ein Geheimnis, jedenfalls soll er am 1. Mai 1950 gegen 3.33 Uhr beschlossen worden sein – so genau wusste das schon anderntags keiner mehr!

Ich war also jetzt ein Karnevalsverein.

Meine Taufe war – das steht fest – ökumenisch, denn Kurt Dreßler, Sänger des evangelischen Kirchenchores Herrensohr, hatte sich als 2. Bassist angeschlossen. Hans Pfeiffer war nicht nur mein erster sondern auch mein langjähriger Dirigent, dies noch, als er schon lange Kammermusiker des Staatstheaters war. Ihm, dem Vollblutmusiker, der einen Chor von besonderer Ausstrahlung geformt hat, dessen erster musikalischer Begleiter am Klavier Klaus Bender gewesen ist, folgten mit dem gleichen Ziel und Engagement die Chorleiter, Arrangeure und musikalischen Begleiter Rudolf Straßner, der erfolgreiche Komponist von Karnevalsschlagern, auch für die „M‘r sin nit so“ und den Mainzer Carnevalclub, Lothar Ringle, Hermann Hillekum, Balint Santa, Wolfgang Herder, Martin Harz, Martina Haupenthal und Walter Lorscheider. Nach dessen Ausscheiden nahmen die „Nelkensingers“, die übrigens mit sage und schreibe 35 (!) Sängerinnen und Sängern 1973 erstmals unter diesem Namen auftraten, den Taktstock selbst in die Hand und singen seitdem ohne Dirigent. Auch die Arrangements sind Marke „Eigenbau“ – und das alles zur vollsten Zufriedenheit meines Publikums. Doch bitte zurück zum 30. April 1950, der Gründungshexennacht: Ich war also jetzt ein Karnevalsverein. Der Elferrat brauchte Kappen. Else Noll wurde zur Kappenmacherobermeisterin bestimmt mit der besonderen Ehre, dass sie auch den Stoff selbst bezahlen durfte! Die Nähstube Wener glich einer Großkampfstätte in Seide, Glitzer und Flimmer für Gardekostüme, so wie später bei Inge Spengler, Doris Hippchen, Jutta Becker, Elke Altpeter, Elke Krämer, Irmgard Engel, Klaudia Britz, Conny Schröder und vielen anderen. Heute wird der Stoff für die Kostüme bar bezahlt; damals wurde er - einschließlich der Orden - auf Pump bei der Fa. Josef Schahn erstanden, wie auch Nägel und Dachlatten bei der Fa. Wilhelm Jung. Bei beiden Firmen müssten noch unbezahlte Rechnungen am Spieß hängen. Um wenigstens die Ausgaben an fremde Firmen leisten zu können, die – aus gutem Grunde – auf ihr Geld nicht warten wollten, leistete jeder Sänger gezwungener Maßen 500,- Franken freiwillig in die Kasse – die sind bis heute nicht zurückbezahlt!
Gründerväter
erste Sitzungen
Tanzgarde

Erfolgsrezept

Der familiäre Zusammenhang ist bis heute ungebrochen. Teilweise die 4. (!) Generation hält mir die Treue.
Spengler Trio 1959

verantwortliche Vorstandsmitglieder

Bühnenbild, Orden und Liederheft konnten sich im wahrsten Sinne des Wortes immer sehen lassen. Dafür sorgten – stets unterstützt vom Elferrat – Werner Spengler, Manfred Becker, Karl Wochian, Gerd Schuler, Karl-Heinz Staudt, Hans Harz, Martina Hippchen, Willy Hippchen, Doris Hippchen, Alex Dillhöfer, Stefan Oberhausen, Rado Schauby, Axel Herrmann, Armin Zapp, Karin Zapp, Nina Gerisch, Juris Rocens, Wolfgang Thome, Patrick Hornef, Volker Herrmann, Iris Naglik, Bärbel Becker, Christine Montag, Michaela Porteset, Susanne Braun, Martina Spengler und Nicole Friemel. Otto Pattard, Hans Bessey, Josef Liesch, Ronny Gerisch, Detlev Stammwitz, Gerd Wagner und Axel Klippel haben bei mir so manche Strippe gezogen und sorgten somit immer für den guten Ton und die klare Beleuchtung. Es ging stetig bergan – manchmal mit solchem Tempo, dass es den Verantwortlichen schwindlig wurde. Dies waren in erster Linie die Vorstandsmitglieder. Für steigende Erfolge und Beliebtheit sorgten die Präsidenten Alfred Bender, Walter Becker, Hans und Werner Spengler, Lothar Maas, Hein Müller, Peter Prinz, Rainer Altpeter, Michael Friemel und Andreas Becker, ebenso wie die Vizepräsidenten Paul Menzerath, Kurt Werner, Hans Pfeiffer, Erwin Paul, Helmut Sieg, Gerd Woll, Josef Liesch, Hans Harz, Gerd Wagner, Andreas Becker, Wolfgang Brückner und Uwe Bonde; aber auch die Geschäftsführer Josef Spengler und Rolf Bonde, Willi Hippchen, Rainer Altpeter, Hans Baer, Gerhard Spengler, Axel Herrmann, Uwe Bonde und Pascal Porteset, die Schriftführer Jutta Becker und Stefan Britz, Martin Schmidt, Arno Mager, Andreas Becker, Christine Herrmann und Christine Montag und letztlich die Schatzmeister Erwin Paul, Eugen Prinz, Heinz Britz, Gerd Woll, Meck Hunsicker, Rüdiger Degen, Helmut Fuchs, Peter Becker, Helga Hunsicker,Alfred Friemel und Ute Schmidt und der Hauptkassierer Klaus Radwan.

Tanzlehrerinnen, Trainerinnen und Choreographinnen

All diese Aktiven setzten mit den Tanzlehrerinnen, Trainerinnen und Choreographinnen Liesel Stürmer, Edel Préllé, Margot Kopp, Marita Michel, Silke Quarz, Yvonne Degen, Katrin Spengler, Hiltrud Urban-Berscheid, Stefanie Britz und Corinne Jolly dem Dudweiler Karneval Glanzlichter auf. Nicht zu vergessen sind die Betreuerinnen Inge Spengler, Elke Altpeter, Doris Hippchen, Jutta Becker, Yvonne Degen, Elke Krämer, Irmgard Engel, Klaudia Britz, Conny Schröder, Nicole Friemel, Dagmar Montada, Martina Spengler, Catherine Rauber und Giulia Brödel. Als Glanzlichter besonderer Art galten die Maskenbälle, die zusammen mit dem ebenfalls weit über die Grenzen von Dudweiler hinaus bekannten, beliebten und anerkannten Männerchor „Harmonie“ im Katholischen Pfarrheim St. Marien Dudweiler durchgeführt wurden, die legendären „Lumpenbälle“, die Kostümfeste, Sessionseröffnungen, Heringsessen, die vielen vereinsinternen Veranstaltungen und die herrlichen Vereinsfahrten sowie die Weihnachtsfeiern. Es würde den Rahmen meines Lebenslaufes sprengen, hier alle Aktivitäten, auch solche in Zusammenarbeit mit befreundeten Vereinen, aufzuführen. Heu! – und wie ich expandierte: 1958 holte mich Pastor Artur Nikolas von St. Bonifatius zu Kappensitzungen als Großveranstaltungen in die damalige Festhalle. Am 22. Juni 1958 veranstalteten die Sänger der „Grünen Nelke“ das erste Konzert im Dudweiler Park. Die Session 1960/61 brachte das erste Liederheft der Dudweiler Fastnacht und die erste öffentliche Kappensitzung der „Grünen Nelke“ im evangelischen Gemeindehaus in Dudweiler. Zwischendurch fanden Gastspiele in Burbach, Friedrichsthal, Erden an der Mosel, Dillingen, Hermeskeil, Klarenthal, Hühnerfeld, St. Gallenkirch, Sulzbach, Wallerfangen und Stiring Wendel statt. Höhepunkte besonderer Art waren die Adventsfeiern und Kappensitzungen für den Saarländischen Blindenbund, zu denen mich Willi Buchmann verpflichtet hatte. Diese Veranstaltungen haben die „Grüne Nelke“ besonders geprägt.

Erstes Motto - „Grüne Nelke im Orient“

Die Session 1961/62 war zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte unter ein Motto gestellt, nämlich „Grüne Nelke im Orient“. Auf die mottobezogene Saal- und Bühnendekoration, (verantwortlich Lothar Maas und Werner Spengler) sowie die von Karl-Heinz Staudt und Manfred Becker lebensecht kaschierten und gestalteten orientalischen Tiere ist viel Können, Zeit und Liebe verwendet worden. Mit besonderer Freude setzten die Akteure am 27. Januar 1962 die erste Kappensitzung der Session in Szene; ihr war unbeschreiblicher Erfolg beschieden, das hatte Kaltnaggisch bis dahin noch nie erlebt. Vier weitere Kappensitzungen waren schnell ausverkauft und die Kartennachfrage nahm kein Ende. Als am Samstag, dem 3. Februar 1962 in 600 Metern Tiefe der Grube Luisenthal eine Schlagwetterexplosion das Leben von 299 Bergleuten forderte, habe ich, als „Grüne Nelke“, als einer der ersten Saarländischen Karnevalsvereine die Veranstaltung für diesen Tag und alle weiteren Aktivitäten für die gesamte Session abgesagt. Die Ehrfurcht vor den Toten ließ nach dem Verständnis aller Aktiven keinen Raum für närrische Freuden. Dazu bedurfte es weder obrigkeitlicher Verbote noch besonderer Pressebelehrungen, es war meine alleinige Entscheidung!

Freundschaftliche Beziehungen
zum Mainzer Carneval-Club

In einer außerordentlichen Generalversammlung am 10.10.1962 gab ich mir eine Satzung mit 16 Paragraphen. In der Session 1963/64 erlebten ich und mein treues Publikum mit dem glanzvollen Auftritt von Dr. Willi Scheu (vom Mainzer Carneval-Club), populär bis in die hinterste Stube der Bundesrepublik und im gesamten deutschsprachigen Raum als „Bajazz von Mainz“, einen einmaligen Höhepunkt in der saarländischen Fasenacht. Die freundschaftlichen Beziehungen zwischen dem MCV und der „Grünen Nelke“ waren von Rudi Straßner geknüpft. Die ersten Erinnerungsfotos stammen von Manfred Becker. 1961 bis 1963 drehte Dr. Leo Stürmer die ersten Filme. Später folgten Filme von Wolfgang Lohrig, Gerd Woll und Detlev Stammwitz, Bilder von Walter Barbian, Werner Wunderlich, Gerd Schuler, Volker Herrmann, Fabian Meyer und Bärbel Becker und schließlich Video-Aufzeichnungen von Otto Pattard. Gerd Wagner hat ein Riesenarchiv von Tonbändern.

War eigentlich immer alles nur eitel Freude?

Im Jahre 1968 - die Situation in unserem geliebten Kaltnaggisch war immer prekärer geworden - das Hin und Her zwischen Herrensohr und Dudweiler führte zu fast unüberwindlichen Schwierigkeiten, auch finanzieller Art - wurde der schwere Entschluss gefasst, vollends nach Dudweiler umzusiedeln. Es kam zu einem bis heute nicht ganz gekitteten Riss zwischen alten Freunden. Dankeschön allen Kaltnaggischern, die mir die Treue hielten. In der gleichen Session hat die „Grüne Nelke“ die Idee des Kinderprinzenpaares geboren und mit Joachim Prinz und Christiane Lohrig auch in die Tat umgesetzt. Es folgten weitere goldische Prinzenpaare mit Uwe Bonde und Claudia Liesch (1975/1976), Michael und Christine Woll (1982/1983), Tobias Hunsicker und Jennifer Thiel (1987/1988), Thomas Braun und Stefanie Klippel (1993/1994), Gabriel und Sarah Britz (1998/1999), Jan Cloos und Franziska Kleinbauer (2003/2004), Niclas Nermerich und Hannah-Maria Britz (2008/2009) und Max Nermerich und Ann-Sophie Britz (2014/2015).

Erfolgsrezept - familärer Zusammenhang

Damit ist ein wichtiges Erfolgsrezept der „Grünen Nelke“ genannt. Der familiäre Zusammenhang ist bis heute ungebrochen. Teilweise die 4. (!) Generation hält mir die Treue. Das erste eigene Orchester bestand aus Elfriede Jung - Piano forte -, Walter Becker und Kurt Wener - Violine -, Herbert Sonnhalter - Obligatvioline - und Heinz Rolinger -„dicke Trommel“-. Alles im allem: herzerfrischendes Treiben in jugendlicher Unbekümmertheit. Dass dabei so manche haltbare Ehe gestiftet wurde, habe ich eben schon erwähnt! In der Hexennacht 1955 schlossen sich die Sänger der „Grünen Nelke“ mit denen des Kauschquartettes – Alfred Giese war dessen Direkteur – unter dem Namen „Jugendquartett Herrensohr“ – „Grüne Nelke“ zusammen. Dieser Name wurde beschlossen aus den Vorschlägen „Fidelio“, „Harmonie“, „Männerchörchen“, „Rumpelstilzchen“ „Käskepp“, „Weinkehlchen“ und „Echo vom Gebirsch“. Unter Leitung von Hans Pfeiffer entwickelte sich die Gesangsgruppe in kurzer Zeit zu einem Ensemble von hohem Rang und Namen. Die alten und die neuen Sänger (Heinz Britz, Manfred Becker – von da an auch Herold – , Benno Hoese, Alfred Giese und Erwin Paul) – genau wie die alten Kirchenchorsänger und – fast alle – aktive Mitglieder des Quartettvereins „Arion“ Herrensohr, folgten viele Engagements. Dazu kamen Liveauftritte und Aufzeichnungen beim Rundfunk und Werbesongs. Meistens bestand das Honorar aus „Frei-Trinken und –Essen“. Gab’s einmal Bargeld, so hielt es nicht lange! Bis zum heutigen Tag hat diese Tradition Bestand – schließlich wurde mir ja der Gesang mit in die Wiege gelegt.

höchste Qualität bei Musikgruppen

Wie vorhin schon erwähnt sorgen bei jeder Kappensitzung zum einen die „Nelkensingers“ für einen musikalischen Höhepunkt. Aber von höchster Qualität sind von je her auch die Beiträge unserer Musikgruppen. Es fing an mit dem „Spengler-Trio“. Hans, Josef und Werner Spengler begeisterten jede Narrhalla und über 20 Jahre lang war „Drei mal Null …“ die immer wieder geforderte Zugabe. Aus diesem Trio wurde mit Hans, Josef und Werner Spengler, Rolf Bonde, Klaus Radwan, Lothar Ringle, Henry Küster und Rainer Altpeter die hervorragende Truppe „Schang, Gebrüder und Co“ – aus deren Repertoire es heute noch erklingt: „Nun leb`wohl Du Klappergasse“. Aus dieser Truppe wiederum wurden die „Hoorische“ geboren, mit das Beste, was der Saarländische Karneval auf dem Gebiet gesanglicher Interpretation zu bieten hat, die „Hoorische“, das waren Rainer Altpeter, Rüdiger Degen, Rainer Klee und Klaus Radwan und Henry Küster. Seit der 43. Session treten die „Latzegallis“ mit Andreas Becker, Andreas Britz, Rüdiger Degen und Gerhard Spengler auf. Sie haben sich bis heute zu einer richtigen Kultband in der saarländischen Faasenacht entwickelt. Mittlerweile spielen die vier in ihrer 24. Session in gleicher Besetzung und ein Ende ist noch nicht abzusehen. Das hat es bisher bei der „Grüne Nelke“ in der der Form auch noch nicht gegeben. Seit der Session 2014/2015 hat sich eine weitere Gesangsgruppe gebildet. „Green Fiess“ heißt diese Band. Ihr Mitglieder David Becker, Tobias Becker, Manuel Brückner, Jonas Degen und Pascal Porteset sind allesamt (wie übrigens die „Latzegallis“ auch) aus der Gruppe der Nelkenfunken entstanden. „Green Fiess“ spielen moderne Rock- Pop Faasenachtshits und haben in ihrer ersten Session das Publikum sofort mitgerissen.
Schang Gebrüder und Co
Hoorische
Nelkensingers
Latzegallis
Green Fiess
Joachim Prinz
und Christiane Lohrig
1968
Uwe Bonde
und Claudia Liesch
(1975/1976)
Michael und
Christine Woll
(1982/1983)
Tobias Hunsicker
und Jennifer Thiel
(1987/1988)
Thomas Braun
und Stefanie Klippel
(1993/1994)
Gabriel und
Sarah Britz
(1998/1999)
Jan Cloos
und Franziska Kleinbauer
(2003/2004)
Niclas Nermerich
und Hannah-Maria Britz
(2008/2009)
Max Nermerich
und Ann-Sophie Britz
(2014/2015)

Seppel Spengler erfand 1975 die Nelkenfunken

Mit leidenschaftlichem Engagement hat Meck Hunsicker diese „Truppe“ zur bekanntesten und größten Männergarde im Saarland gemacht.
erster Ehrensenat

1975 - Gründung Nelkenfunken

Seppel Spengler erfand 1975 die Nelkenfunken, die mittlerweile auf 33(!!!) „Lange Kerls“ angewachsen sind. 1989 bekamen die „Funken“ Nachwuchs. Die Nelkenkadetten wurden geboren. 25 Jahre lang hieß der Generalissimus Meck Hunsicker. Mit leidenschaftlichem Engagement hat er bis zu seinem all zu frühen Tod im Jahr 2000 diese „Truppe“ zur bekanntesten und größten Männergarde im Saarland gemacht. Auch für mich ist diese Sparte ein Segen. Ich glaube alle anderen Sparten profitieren in irgendeiner Weise von den Funken. Legendär und nicht mehr aus der Dudweiler Faasenacht wegzudenken war das „Funkenfestival“ am „Fetten Donnerstag“. Es war inzwischen kein Geheimtipp mehr - nein es war Kult… Im Jubiläumsjahr 2005 fand vor wie immer ausverkaufter Liedertafelhalle das 14. Funkenfestival statt. Durch das Programm führte wie immer in bewährter Manier Obersthauptkamerad Hansi der Baer. Gerhard Spengler ist „Chef“ der Truppe, die seit Jahren den Rosenmontagsumzug in Burbach zusammen mit den Tanzgarden, Kadetten, Funken- und Tanzmariechen, Funkenfrauen und dem Prunkwagen mit Elferrat anführt und somit - auch für die Fernsehübertragung - ein wirklich grandioses Bild abgibt. Dabei ragen die von Alfred Lux gestiftete Standarte und die von der Tanzgarde gestiftete Feldfahne im wahrsten Sinne des Wortes heraus.
Nelkenfunken
Nelkenfunken

Funken- und Tanzmariechen, Elferrat

Ina Bach, Uschi Poitiers, Silke Quarz, Andrea Stolz, Kirsten Schöneberger, Tina Pfeiffer, Susanne Vogel, Sabrina Schauby, Lisa-Cathèrine Berscheid, Marie-Christine Berscheid, Lara Degen, Lisa Degen, Johanna Degen, Tina Erdmenger und Nina Bommer sind meine wirbelnden Funken- und Tanzmariechen. Dazu kommt der mit Marie-Christine Berscheid tanzende Funkenmajor Thomas Braun, ein tanzendes Traumpaar.
Nicht wegzudenken sind Elferrat und Ehrensenat, die an der Finanzierung „Großer Brocken“ maßgeblich beteiligt sind. 1981 erblühten die „Federnelken“ und 1997 wurden die „Nelkenmäuse“ geboren. Beide Nachwuchsgarden beweisen immer wieder durch tolle Auftritte, dass die Nachwuchsarbeit bei mir groß geschrieben wird.
Nelkenmäuse

Vom zarten Blümchen bis zum stolzen Gewächs

Beim 11-jährigen Jubiläum bezeichnete mich der Chronist als zartes Blümchen, das gerade Wurzeln gefasst hat; zur 22. Session ist zu lesen, dass ich eine prächtige Blüte mit gesundem Stamm geworden war und zum 33. Wiegenfest stellte ich mich als stolzes Gewächs mit vielen Blüten und Knospen vor. Nach der 44. Session war in der Presse zu lesen: „Nelken begeistern auch im 44. Jahr“, „Viermal elf Jahre Grüne Nelke - Jede Menge Gags am laufenden Band“ oder „Feuerwerk der guten Laune bei der Nelke“. „Närrisches Feuerwerk der Spitzenklasse“ hieß es im Jubiläumsjahr - wie sich die Schlagzeilen doch gleichen, obwohl elf Jahre dazwischen liegen. Im Jahr 2005 – ich wurde 55 – hieß es „ 55 Jahre – und immer noch grün“. Was nicht weniger bedeutet als dass ich immer noch blühe und somit in der Dudweiler Faasenacht auch weiterhin Akzente setzen kann. Ich glaube, das ist ein gutes Zeichen. Mir bleibt zu hoffen, dass die Presse auch in Zukunft solche Schlagzeilen registrieren kann. All denen, die sich meiner annahmen, die mich hegten und pflegten und mich zu dem Gewächs werden ließen, das ich heute bin: tausend Dank! Ich hoffe, dass es auch in Zukunft immer wieder Menschen gibt, die Spaß daran haben eine „Grüne Nelke“ zu pflegen. Was aber wäre ich ohne mein tolles Publikum? Mit vielen getreuen und immer wieder neuen Blumenliebhabern, nicht nur aus Dudweiler sondern dem gesamten Saarland und darüber hinaus, bin ich zum besten Begriff - ja - zum Markenzeichen in Sachen Fastnacht geworden. An meinem Geburtstag nehme ich mir vor, ein Quell auserlesenen Narrentreibens und geselliger Gemütlichkeit zu bleiben und bitte Sie, liebes Publikum, und euch aktive und inaktive Mitglieder (inzwischen sind dies über 400) mir auch weiterhin die Treue zu halten.

Ich bin und bleibe in narrenfroher Verbundenheit
Ihre „Grüne Nelke“

1971 - Gründung Ehrensenat

Teenagerbälle bereicherten das Angebot zur Fastnachtszeit. Rundfunkübertragungen und Livesendungen am Rosenmontag gingen vom Saarländischen Rundfunk aus über Ätherwellen. Der Männerchor „Harmonie“ und der Städtische Musikkreis - beide unter Direktion von Erich Hartmann - stellten sich zur Gestaltung von Schlussnummern bei Kappensitzungen zur Verfügung. Der Spielmannszug „Frei weg“ mit Reinhold Monzel und der Fanfarenzug des ATVD mit seinem Stabführer Hans Thielen stellten sich spontan zur Verfügung. Höhepunkt alldieweil wurde 1971 die Gründung des Ehrensenats mit Dechant Schumacher, Bürgermeister Barth, Ferdi Behles, Hermann Schon, Hein Bode, Fritz Oster und Fritz Wiedemann. Seppel Spengler und Rolf Bonde trugen die unvergessenen Karnevalsschlager von Fritz Wiedemann vor. „Dudd“ und „Willa“ – Walter Becker und Hans Spengler – zauberten unvergleichliche Stimmungen bei all ihren Auftritten.

Büttenredner

Weitere Büttenasse sorgten immer für die richtigen Pointen: Werner Spengler, Walter Werner, Heinz Johann, Alfred Bender, Erwin Paul, Hein Müller, Hans Baer, Hubert Prinz, Helga und Manfred Becker, Thomas Braun, Rüdiger Degen, Andreas Becker, Hans-Michael Naumann, Ed Brandt, Stefan Oberhausen, Achim Schmidt, Arno Mager, Lou Köhler, Roland Degen, Dagmar Montada, Katrin Spengler, Sarah Britz, Jonas Degen, Sarah Ott…… Unter der Leitung von Dagmar Montada hat sich im Jahr 2014 bei den Büttenrednern eine Nachwuchsgruppe gebildet, die begeistert und voller Engagement in Eigenverantwortung eine Nachwuchs-kappensitzung organisiert, die sie im vollbesetzten Saal der Pfarrkirche St. Marien jedes Jahr an einem Sonntagnachmittag durchführt. Auf diesen Nachwuchs bin ich sehr stolz, er unterscheidet mich zu anderen Vereinen.

Ähn unn de Anner

Walter Becker

Dud und Willer

Rolf Bonde

Henry Küster

Rainer Klee

Rüdiger Degen

Stefan Oberhausen

Rainer Altpeter

Lou Köhler

Klaus Radwan

Jonas Degen

Hubert Prinz

Helga und Manfred Becker

Hein Müller

Hans Michael Naumann

Hans Baer

Ed Brandt

Dagmar Montada

Brech und Reiz

Arno Mager

Andreas Becker

Achim Schmidt

Achim Schmidt und Roland Degen

Michelle und Michelle

Stefan Oberhausen und Petra Kleinbauer